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Aus den Tiefen der Erde

20.06.2012
Beatrice Bosiger / Wirtschaftsblatt (Austria)

90 Flugminuten und drei Autostunden von Moskau entfernt befindet sich der großte Mineraldungerproduzent der Welt. Das WirtschaftsBlatt hat die Mine besucht.

Moskau/Beresniki. Es schmeckt salzig auf den Lippen, vierhundert Meter unter der Erde. Hier baut der russische Konzern Uralkali Kalisalz, den Rohstoff fur Mineraldunger, ab. Ungefahr zehn Minuten dauert die Fahrt durch fast vollige Dunkelheit hin zu der Schnittmaschine, die sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu sieben Tonnen pro Minute durch das Gestein frisst. Ungefahr 900 Kilometer betragt die Lange der Minen, die sich unter der Stadt Beresniki erstrecken, 278 Kilometer nordlich der Regionshauptstadt Perm im Uralvorland.

Uralkali, dessen großter Shareholder mit einem Anteil von 17,16 Prozent der russische Oligarch Suleiman Kerimow ist, ist nach der 2011 erfolgten Fusion mit dem eine halbe Stunde Fahrzeit entfernt gelegenen Unternehmen Silvinit zum großten Kalidunger-Hersteller der Welt aufgestiegen. Rund 20 Prozent der weltweiten Produktion stammen aus der Region. 2011 hat der Konzern einen Umsatz von 4,2 Milliarden USerzielt - ein Plus von 41 Prozent gegenuber dem Vorjahr. Der Gewinn betrug 1,5 Milliarden US-$.

Gemessen an den weltweiten Vorraten an Kalisalz liegt Russland auf Platz zwei hinter Kanada. Weitere große Produzenten sind Weißrussland und Deutschland. Die Branche ist stark konzentriert: Funf Produzenten kontrollieren 70 Prozent der globalen Mineraldunger-Exporte.

Der benotigte Rohstoff kommt unter der Erde in Form von Salzen vor: Rund 80 Prozent der bekannten Kalisalz-Vorkommen in Russland liegen in der Region Perm, dem sogenannten Werchnekamsker Becken. Der Vorteil fur Bergbauunternehmen liegt in der vergleichsweise geringen Tiefe der Lagerstatten in Russland zwischen 350 und 450 Metern Tiefe. In Kanada mussen die Unternehmen bis zu 800 Meter tief graben, um die Lagerstatten zu erschließen.

Ambitionierte Plane

Diese kostensparenden Rahmenbedingungen begunstigen auch das Expansionsprogramm des Konzerns: Durch die vergleichsweise geringe Tiefe der Lagerstatten belief sich der Preis fur die Produktion einer Tonne Pottasche 2011 auf nur 55 US-$, verkauft wird dieselbe Menge fur rund 500 US-$.

Bis 2021 will Uralkali 5,8 Milliarden US-$ in den Ausbau der bestehenden und die Entwicklung der neuen Infrastruktur investieren. "Auf 19 Millionen Tonnen im Jahr soll die Produktionskapazitat bis dann gesteigert werden", so Boris Serebrennikow, Produktionsleiter von Uralkali vor internationalen Journalisten in Beresniki. Im vergangenen Jahr betrug die Produktionskapazitat rund elf Millionen Tonnen. Via Bahn und Schiff werden die fertigen Produkte nach China und Europa transportiert. Die Exportquote liegt bei mehr als 80 Prozent, neun Prozent der Produktion wurden 2011 nach Europa verkauft. Rund 19.500 Personen arbeiten fur die Gruppe insgesamt. Mit dem Ausbauprogramm wurden allerdings weniger Arbeitskrafte notig, so Serebrennikow. "Moderne Maschinen brauchen weniger Personal".

Seit den 30er-Jahren wird in Beresniki Kalisalz gefordert, teilweise verliefen die Minen auch direkt unter der Stadt. Als Folge davon haben sich in der Stadt verschiedentlich Locher, sogenannte Bodensenkungen, gebildet. Das Großte offnete sich 2007: 20.000 Menschen mussten evakuiert werden. Seit damals hat sich die Lage wieder stabilisiert. Die Situation muss jedoch nach wie vor rund um die Uhr durch Uralkali uberwacht werden. Nun will der Konzern in Beresniki und im benachbarten Solikamsk einen Plan zur Stadtentwicklung umsetzen.

Und die Nachfrage nach Dunger soll auch in den kommenden Jahren hoch bleiben, auch wenn die Prognose fur heuer etwas hinuntergeschraubt wurde. Zu den großten Wachstumsmarkten fur Uralkali gehoren Sudostasien sowie Brasilien und Indien. "Das momentane Marktumfeld konnte neue Investitionsprojekte fur Markteinsteiger verzogern", so Wladislaw Baumgertner, CEO von Uralkali bei einer Pressekonferenz in Moskau. Fur Uralkali selbst sind die Aussichten jedoch positiv. Und die Mine in Beresniki soll noch fur mindestens weitere 50 Jahre den dafur benotigten Rohstoff liefern.

In 400 Metern Tiefe wird Kalisalz, der Rohstoff fur Mineraldunger, gewonnen. Dungerproduzent Uralkali verarbeitet den Rohstoff in einer chemischen Fabrik weiter. Unter und uber der Erde lagern tonnenweise Rohstoff und fertiger Dunger .

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